Zwei Schulen produzieren Gesichtsvisiere für Pflegepersonal im Lahn-Dill-Kreis

Mindestens 200 Visiere pro Woche / Deutschlandweite Initiative „Maker vs. Virus“ unterstützt das Projekt

Lehrer der Gewerblichen Schulen in Dillenburg und der Johann-Textor-Schule in Haiger produzieren Gesichtsvisiere als Spritzschutz gegen das Corona-Virus. Verteilt werden die Visiere von der Gefahrenabwehr des Lahn-Dill-Kreises zunächst an das Personal in Pflege- und Altenpflegeeinrichtungen im Landkreis. Unterstützt wird das Projekt von der deutschlandweiten Initiative „Maker vs. Virus“ – einem Zusammenschluss von freiwilligen Helfern. Insgesamt 150 Visiere konnten in den vergangenen Tagen bereits gefertigt und verteilt werden.

„Beide Schulen verfügen über insgesamt 20 3D-Drucker, die normalerweise in AG-Angeboten und im berufsbezogenen Unterricht zum Einsatz kommen“, erklärt Kreis-Schuldezernent Heinz Schreiber. Die beiden Schulen hatten dem Landkreis ihre Unterstützung angeboten. „Wir haben natürlich sofort zugesagt und grünes Licht gegeben. Dank der Investitionen des Landkreises, der finanziellen Unterstützung der Fördervereine und der Unterstützung heimischer Unternehmen sind die Schulen technisch sehr gut ausgestattet“, ergänzt Landrat Wolfgang Schuster. 

In den vergangenen Wochen hat es sich als schwierig erwiesen an ausreichend Schutzausrüstung zu kommen. Das hat Burkhard Schneider, stellvertretender Schulleiter der Gewerblichen Schulen Dillenburg, und Alexander Schüler, Stufenleiter an der Johann-Textor-Schule Haiger auf die Idee gebracht, die schuleigenen 3D-Drucker zur Herstellung von Gesichtsvisieren zu nutzen. Vor einiger Zeit hatten sich die beiden Schulen bereits darauf verständigt, im Bereich der Berufsorientierung zu kooperieren. Jetzt nutzen sie ihren guten Kontakt, um gemeinsam aktiv Hilfe in der Corona-Krise zu leisten. 

Aus den Schulen kommt die Rückmeldung, dass die Produktion täglich rund um die Uhr laufe. Die für den Bereich 3D-Druck-Technik zuständigen Lehrkräfte Steffen Wendland (JTS) und Jens Thielmann (GSD) haben die Drucker mit nach Hause genommen. Sie arbeiten auch während der Osterferien im Home Office. Neben ihrer Lehrertätigkeit haben sie sich zu Fachkräften für additive Fertigungsverfahren weitergebildet und können nun ihre Fachkompetenzen zur Produktion der Gesichtsvisiere einbringen. Bei den Visieren handelt es sich zwar nicht um Medizinprodukte. Dennoch können sie sehr gut in Verbindung mit Mundschutzmasken gegen Spritzer und Tröpfchen eingesetzt werden.

Die Visierhalterungen werden aus dem biologisch abbaubaren Material PLA mithilfe von 3D-Druckern produziert. Die Beschaffung des Rohmaterials erfolgt mit Unterstützung der Fördervereine beider Schulen. Die durchsichtigen Kunststoffschilder, die in die Halterung eingesetzt werden, werden nicht eigens produziert, sondern bestellt. Die Einzelteile werden von den Lehrkräften zusammengebaut. 

Einmal pro Woche werden die fertigen Visiere zentral an die Gefahrenabwehr des Lahn-Dill-Kreises übergeben. Diese verteilt die Ware bedarfsgerecht an Pflege- und Altenpflegeheime im Landkreis. Gemeinsam mit den regionalen Helfern der bundesweiten Initiative „Maker vs. Virus“ produzieren die beiden Schulen pro Woche somit gut 200 Visiere. „Wir freuen uns über das große Engagement und die Unterstützung der Schulen“, betont Landrat Wolfgang Schuster. „Und wir hoffen, dass sich noch weitere Helfer melden, um das Projekt zu unterstützen.“ Möglich ist das über „Maker vs. Virus“. Die bundesweite Initiative ist ein Zusammenschluss freiwilliger Helfer, die Ausrüstung oder Ersatzteile für Visiere produzieren können. Im Lahn-Dill-Kreis hat sich bereits eine regionale Gruppe von 15 Privatleuten gebildet. Diese Gruppe unterstützt das Projekt der beiden Schulen. Die Helfer geben einen Teil ihrer privat produzierten Visiere ebenfalls an die Gefahrenabwehr des Landkreises weiter. Den anderen Teil verteilen sie eigenständig an Arztpraxen im Lahn-Dill-Kreis. Finanziert werden die Visiere aus eigenen Mitteln. 

Interessierte Menschen, die „Maker vs. Virus“ im Lahn-Dill-Kreis mit ihrer Arbeitskraft und/oder einem 3D-Drucker unterstützen möchten, können sich an Patrik Mayer aus Haiger wenden: makeldk@allgeek.de. Weitere Unterstützung für den Lahn-Dill-Kreis hat aktuell auch die regionale Gruppe für den Bereich Mittelhessen von „Maker vs. Virus“ angeboten. Hier sind im Moment 18 freiwillige Helfer aktiv.

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