Wie ist die Bildungssituation im Lahn-Dill-Kreis?

Zweiter Bildungsbericht des Kreises bietet Überblick zu Bildungsarbeit, Bildungszugängen und Chancengerechtigkeit

Der Lahn-Dill-Kreis hat seinen zweiten Bildungsbericht veröffentlicht. Dieser bietet einen umfassenden Blick auf die Bildungssituation im Lahn-Dill-Kreis. Diese Berichterstattung hilft, Unterschiede zu erkennen und Fragestellungen anzustoßen, um überall im Kreisgebiet gleichwertige Chancen auf Entwicklung und Teilhabe zu ermöglichen. Der Bericht zeigt Unterschiede und Gemeinsamkeiten der einzelnen Kommunen im Bereich Bildung auf und geht auf Stärken und Herausforderungen ein. Er hat insbesondere die Aufgabe, erste Veränderungen im Zeitverlauf transparent darzustellen. Des Weiteren wurden die Ergebnisse anhand des Geschlechts und der Staatsangehörigkeit differenziert dargestellt um prüfen zu können, ob es Personenmerkmale gibt, die in den Bildungsstrukturen im Lahn-Dill-Kreis nicht repräsentativ Teilhabe an Bildung finden. Der Bericht bezieht sich i. d. R. auf Zahlen aus dem Jahr 2018 bzw. auf das Schuljahr 2018/2019.

Berufsausbildung weiterhin auf hohem Niveau

Sehr gut sieht es weiterhin im Lahn-Dill-Kreis in Sachen Berufsausbildung aus. Der Anteil der Auszubildenden beträgt 6,1 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Damit liegt der Kreis deutlich über dem hessischen Durchschnitt von 4,4 Prozent und auch über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 4,8 Prozent.

Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss sinkt weiter

Auch die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss ist bemerkenswert gut. War sie bereits im ersten Bildungsbericht vergleichsweise gering, ist sie jetzt noch einmal um einen Prozentpunkt auf 2,7 Prozent gesunken. Im Schuljahr 2018/2019 waren es insgesamt 155 Schülerinnen und Schüler, die die Schule ohne einen Hauptschulabschluss verlassen haben. Wird davon ausgegangen, dass in jedem Jahr gut die Hälfte der Abgänger ohne Hauptschulabschluss aus dem Vorjahr einen Hauptschulabschluss an einer Beruflichen Schule nachholt, bleiben nur noch wenige eines Jahrganges übrig, die gar keinen Schulabschluss haben.

Kinderbetreuungsquote und Kita-Besuchsdauer gesunken

Trotz steigender absoluter Kinderbetreuungszahlen (+400) ist die Kinderbetreuungsquote der 1- bis 6-jährigen im Lahn-Dill-Kreis um 2 Prozent auf 68 Prozent gesunken. Gleichzeitig ist auch die Kita-Besuchsdauer „größer 18 Monate“ von 94 auf 92 Prozent gesunken. Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich die aktuellen Kita-Bauvorhaben in den Städten und Gemeinden des Lahn-Dill-Kreises auf diese Kennzahl auswirken werden.

Nachholbedarf beim Ausbau des Ganztagsangebotes – insbesondere an Grundschulen

Im Schuljahr 2018/2019 beteiligten sich 16 der 65 Grundschulen am „Pakt für den Nachmittag“ – dem Ganztagsformat für Grundschulen. Im aktuellen Schuljahr sind es 22 Grundschulen mit einem ganztägigen Angebot. Trotz positivem Trend liegt hier im Vergleich zum Landesschnitt mit rund 75 Prozent noch ein klares Ausbaupotenzial.

Weiterbildungsteilnahme bleibt stabil, aber auf niedrigem Niveau

Die anhaltend niedrige Weiterbildungsteilnahme ist ein kleines Sorgenkind im Lahn-Dill-Kreis. Insbesondere für die Bewältigung der Digitalisierungsanforderungen braucht es daher andere Strategien der Kompetenzaneignung, damit alle Bürgerinnen und Bürger auch an einem immer digitaler werdenden Leben teilhaben können.

Neu im Bildungsbericht: Bildungs- und Belastungsindex im vorschulischen Bereich

Der Bildungs- und Belastungsindex im vorschulischen Bereich zeigt an, mit welchen Grundvoraussetzungen die Kinder in den 23 Städten und Gemeinden des Lahn-Dill-Kreises – bezogen auf Bildungsteilhabe – in die Grundschule eingeschult werden. Dies stellt insbesondere mit Blick auf die Chancengleichheit einen wichtigen Indikator dar. Insgesamt haben vier Kommunen einen sehr geringen Indexwert von unter 0,25 (Hohenahr, Mittenaar, Schöffengrund, Waldsolms) und neun Kommunen einen geringen Indexwert von 0,25 bis unter 0,5 (Bischoffen, Breitscheid, Dietzhölztal, Eschenburg, Greifenstein, Herborn, Hüttenberg, Lahnau und Siegbach). Demgegenüber haben neun Kommunen einen hohen Indexwert von 0,5 bis unter 0,75 (Aßlar, Braunfels, Dillenburg, Driedorf, Ehringshausen, Haiger, Leun, Sinn, Solms). Wetzlar weist als einzige Kommune einen sehr hohen Indexwert von über 0,75 auf.

Je niedriger der Indexwert ist, desto günstiger scheinen die Grundvoraussetzungen, mit denen Kinder eingeschult werden sowie die Chancen auf Bildungsteilhabe in der jeweiligen Kommune im Vergleich zu den anderen Städten und Gemeinden im Lahn-Dill-Kreis. Im Umkehrschluss gilt: Je höher der Indexwert, desto größer ist die vermeintliche Belastung in der Kommune. Hier gilt es, ggf. mit entsprechenden Maßnahmen entgegenzuwirken.

Hier steht der zweite Bildungsbericht ab sofort online zur Verfügung:

https://schulen.lahn-dill-kreis.de/bildungslandschaft/bildungsbericht/

Kontakt

Lahn-Dill-Kreis

Karl-Kellner-Ring 51
35576 Wetzlar

06441 407-0
info@lahn-dill-kreis.de