In neu sanierten oder gebauten Schulgebäuden, wie der Goetheschule in Wetzlar, kommen raumlufttechnische Anlagen zum Einsatz. Foto: Lahn-Dill-Kreis

Klassenräume im Lahn-Dill-Kreis sind gut belüftet

Schulgebäude sind dank umfangreichen Lüftungskonzepten auf neuen Pandemie-Herbst und -Winter vorbereitet

Alle Klassenräume in den Schulen des Lahn-Dill-Kreises können gut belüftet werden: Das ergab eine Umfrage und Begutachtung der Schulen durch die Schulbauabteilung des Kreises. Bereits im Frühsommer 2020 wurden alle Schulen hierzu angefragt, wie gut die Räume belüftbar sind. Die meisten Schulen verfügen bereits über gute Lüftungssysteme, andere verwenden die natürliche Lüftung. 15 Räume, meldeten die Schulen bei der Umfrage zurück, seien nicht gut zu lüften. Diese Räume wurden durch Experten aus der Kreisverwaltung begutachtet, die die Schulen mit Lösungen für ein gutes Raumluftkonzept unterstützen. Aus Mitteln des Coronasofortprogrammes des Landes Hessen wurden Fenster erneuert, Lüftungsflügel eingebaut oder Lüftungsanlagen installiert. 

Bereits seit einigen Jahren setzt die Kreis-Schulbauabteilung bei energetischen Sanierungen der Schulgebäude auf raumlufttechnische Anlagen. Diese können entweder zentral oder dezentral verbaut werden und sorgen dafür, dass die Klassenräume jederzeit mit frischer Luft versorgt werden und gleichzeitig keine Wärme durch zu langes Lüften verloren geht. Möglich macht das eine integrierte Wärmerückgewinnungsanlage. Vor allem die Förderschulen im Lahn-Dill-Kreis sind dabei Vorreiter – knapp 89 Prozent aller Unterrichtsräume dieser Schulart sind mit diesen raumlufttechnischen (RLT-) Anlagen ausgestattet.  

Bei RLT-Anlagen wird über die Fassade oder das Dach frische Luft angesaugt und in den Innenraum transportiert. Eine Filteranlage an der Decke saugt die verbrauchte Raumluft an und fördert diese durch eine Wärmerückgewinnung als Fortluft wieder nach außen. "Bei diesem System begegnen sich Frisch- und Fortluft nicht", erklärt Kerstin Weber, Leiterin der Schulbauabteilung des Landkreises.  

Seit diesem Jahr und in den kommenden vier Jahren werden verstärkt auch die Grundschulen im Kreisgebiet mit diesen RLT-Anlagen nachgerüstet. So bekommt die Rotebergschule in Dillenburg 14 RLT-Anlagen, die Schlossschule in Braunfels zwölf und die Alexander-von-Humboldt-Schule in Aßlar wird mit sechs Anlagen ausgestattet. Die Anlagen werden dabei dezentral verbaut, so dass jeder Klassenraum eine eigene Anlage erhält und einzeln belüftet wird. Auch bei Schulsanierungen, wie an der Carl-Kellner-Schule in Braunfels, an der das Verwaltungsgebäude und einige Klassenräume erneuert werden, oder in der Johann-von-Nassau-Schule in Dillenburg, bei der eine Gesamtsanierung ansteht, werden zentrale beziehungsweise dezentrale RLT-Anlagen verbaut.  

Kurzes Stoßlüften ist effektiv und energetisch sinnvoll

Die Schulen im Lahn-Dill-Kreis, die noch nicht auf dieses System setzen können, werden wie schon in den vergangenen Pandemiezeiten im Herbst und Winter auf ein engmaschiges Lüftungskonzept setzen. Dank der extra angeschafften CO2-Ampeln und der Kooperation mit den Lehrkräften vor Ort bezüglich des Lüftungskonzeptes hat sich dieses Vorgehen in den vergangenen zwei Jahren als das wirkungsvollste erwiesen. Es ist hierbei nicht notwendig den ganzen Tag die Fenster geöffnet zu halten, im Gegenteil: kurzes Stoßlüften, sobald die CO2-Ampel auf gelb oder rot springt, möglichst mit Querlüftung ist wesentlich effektiver und energetisch sinnvoller.

Hinzu kommen ausreichend Mund-Nasen-Bedeckungen für Schülerinnen und Schüler sowie Desinfektionsmittel, die der Lahn-Dill-Kreis bereitstellt. 

"Insgesamt sind wir dank guten vorhandenen raumlufttechnischen Anlagen und natürlichen Lüftungskonzepten, sowie der engen Zusammenarbeit mit unseren Schulen sehr gut aufgestellt und auf Herbst und Winter vorbereitet", betont Roland Esch, Erster Kreisbeigeordneter und Schuldezernent.

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